Unsere Presseartikel

Hier finden Sie Artikel, die in der regionalen und überregionalen Presse erschienen sind.

Aussterbende Berufe. Warum Theo Malchus hölzerne Autos baut.

29.01.2012 Spiegel Online
> Link zu Spiegel Online

Der Braunschweiger Theo Malchus ist Stellmacher. Was das ist? Ein Beruf, den es seit 45 Jahren offiziell gar nicht mehr gibt. Darum musste Malchus seine Auszubildende auch im Fernsehen suchen. Er baut Oldtimer-Karossen aus Holz. Und auf Wunsch auch mal einen Sarg in Form einer Corvette.

Theo Malchus, 51, arbeitet in einem Beruf, der eigentlich als ausgestorben gilt: Er ist Stellmacher - und baut hölzerne Fahrgestelle für Oldtimer. Obwohl es den Beruf offiziell seit 1965 nicht mehr gibt, kann sich Malchus über eine mangelnde Auftragslage nicht beschweren. In seiner Werkstatt, die er mit zwei Tischlern in Braunschweig führt, ist immer etwas los.

Private Sammler, Museen oder Automobilfirmen bringen ihre Schätze aus ganz Deutschland zu Malchus, damit er den oft schrottreifen Wagen neues Leben einhaucht. Eine komplette Holzkarosse baute er etwa für einen Skoda 645 aus dem Baujahr 1930, ein Fahrerhaus für einen Büssing-Lkw aus dem Jahr 1952. "Davon gibt es weltweit nur noch drei Stück", sagt Malchus.

Weil es von derart alten Fahrzeugen keine Konstruktionszeichnungen mehr gibt, ist Malchus auf sein Geschick angewiesen. Bei jedem neuen Auftrag nimmt er zuerst Maß und fertigt Schablonen für die benötigten Holzteile an. "Ich arbeite praktisch umgekehrt im Vergleich zu den Stellmachern von früher", sagt er.

Als Autodidakt zum neuen Beruf

Das Stellmacherhandwerk hat sich Malchus selbst beigebracht, studiert hat er Kunststofftechnik, obwohl er sich schon immer für Holz interessierte. Ende der achtziger Jahre bat ihn ein Freund um Hilfe beim Restaurieren eines alten Lkw-Fahrerhauses. Malchus wälzte alte Bücher, besuchte die wenigen Stellmacher, die es noch gab, tüftelte an Maschinen. 1996 machte er sich in Braunschweig selbständig - in einem Beruf, der schon seit mehr als 30 Jahren nicht mehr in der Handwerksordnung stand.


Zu Malchus Kunden gehören Audi, MAN und das Technik-Museum Sinsheim. Für sie rekonstruiert er Fahrerhäuser und Fahrzeugaufbauten von Pkw, Lkw und Bussen, denn die wurden bis in die vierziger Jahre noch aus Holz gefertigt. Der Zughersteller Alstom lässt bei Malchus sogenannte Mockups bauen, Modellbauten im Originalmaßstab für neue Zugtypen.


Immer wieder melden sich auch Privatkunden mit extravaganten Wünschen. Eine Witwe wünschte sich etwa einen Sarg in Form einer Corvette Stingray, Baujahr 1967, für ihren verstorbenen Mann. Er war leidenschaftlicher Corvette-Sammler. In nur zehn Tagen war der Sarg-Sonderauftrag fertig.

Die Theorie liest sich Theo Malchus an, in der Praxis probiert er viel aus. Für sich selbst hat er schon Kanus, Kajaks und Canadier aus Holz gebaut. Seine Auszubildende hat er im Fernsehen gefunden, bei einer Sendung des NDR, als junge Leute für Traditionsberufe gesucht wurden. Dass er einer der letzten Stellmacher überhaupt ist, das findet Malchus nebensächlich. Er arbeite einfach gern mit Holz, sagt er.

Von Karina Scholz, dapd/vet

Einer der letzten Stellmacher arbeitet in Braunschweig

24.01.2012, Welt Online und Ad-Hoc-News

Theo Malchus arbeitet in einem Beruf, der eigentlich als ausgestorben gilt: Er ist einer der letzten Stellmacher Deutschlands. Obwohl es den Beruf offiziell seit 1965 nicht mehr gibt, kann er sich über eine mangelnde Auftragslage nicht beschweren. In seiner Werkstatt, die er mit zwei Kollegen in Braunschweig führt, ist immer etwas los.

Einer der letzten Stellmacher arbeitet in Braunschweig

Braunschweig (dapd-nrd).

Zuletzt suchte sein Betrieb in einer Fernsehsendung nach Nachwuchs - und wurde fündig.

Dass er einer der letzten Stellmacher überhaupt ist, ist für Malchus nebensächlich geworden. Er arbeitet einfach gern mit Holz, sagt er. Aber Kenner des Fachs sind von seinen Arbeiten fasziniert. 'Wir werden immer wieder darauf hingewiesen, dass wir etwas Besonderes machen', sagt Malchus.

Seine Spezialität sind hölzerne Fahrgestelle für Oldtimer. Private Sammler, Museen oder Automobilfirmen bringen ihre Schätze zu Malchus, damit er den oft schrottreifen Wagen neues Leben einhaucht. Der 51-Jährige baute etwa eine komplette Holzkarosse für einen Skoda 645 aus dem Baujahr 1930. Jüngst stellte er den Nachbau des Fahrerhauses eines Büssing-Lkws aus dem Jahr 1952 fertig. 'Davon gibt es weltweit nur noch drei Stück', sagt Malchus.

Weil es von derart alten Fahrzeugen keine Konstruktionszeichnungen mehr gibt, ist Malchus auf sein Geschick angewiesen. 'Ich arbeite praktisch umgekehrt im Vergleich zu den Stellmachern von früher', erläutert er. Bei jedem neuen Auftrag nimmt er zuerst Maß und fertigt Schablonen für die benötigten Holzteile an.

Erlernt hat er das Stellmacherhandwerk als Autodidakt. Der gebürtige Ostfriese studierte Kunststofftechnik und arbeitete in diesem Bereich, als ihm Ende der 80er Jahre seine Leidenschaft für Holz keine Ruhe ließ. 'Ein Restaurator kam auf mich zu und bat mich um Hilfe beim Restaurieren eines alten Lkw-Fahrerhauses', erzählt er.

Seitdem wälzte Malchus alte Bücher, besuchte noch tätige Stellmacher, tüftelte selbst an Maschinen herum, die ein Stellmacher benötigt. 1996 machte er sich in Braunschweig selbstständig.

Kunden aus ganz Deutschland kommen zu ihm, darunter Audi, MAN und das Technik-Museum Sinsheim. Der Zughersteller Alstom lässt bei Malchus sogenannte Mockups bauen, also Modellbauten im Originalmaßstab für neue Zugtypen. 'Das kommt natürlich nicht alle Tage vor', sagt Malchus.

Immer wieder melden sich allerdings Kunden mit extravaganten Wünschen. So staunten Malchus und seine Kollegen nicht schlecht, als sie ein Sarggroßhändler aus Hamburg darum bat, die letzte Ruhestätte für einen leidenschaftlichen Corvette-Sammler anzufertigen. Die Witwe wünschte sich einen Sarg in Form einer Corvette Stingray, Baujahr 1967. In nur zehn Tagen war der Sonderauftrag fertig.

Theo Malchus baute für sich selbst auch schon Kajaks aus Holz. Die Theorie liest er sich an, in der Praxis probiert er viel aus. Ihm ist es ein Anliegen, das alte Wissen der Stellmacher an jüngere Generationen weiterzugeben. So beteiligte er sich an einer Sendung des NDR, in der Nachwuchs für Traditionsberufe gesucht wurde.

Eine junge Frau aus Oldenburg absolvierte ein Praktikum in Malchus' Betrieb und bekam den Zuschlag. Sie fängt im Februar eine Ausbildung dort an.

Auch bei der Handwerkskammer fällt Malchus mit seiner Firma 'Die Drei' auf. Der Geschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, Eckhard Sudmeyer, lobt die einerseits traditionelle und andererseits innovative Ausrichtung des Unternehmens. Er ist stolz darauf, dass mit Malchus einer der letzten Stellmacher in der Region Braunschweig arbeitet. 'Ein toller Betrieb', sagt Sudmeyer.

(www.tischlereidiedrei.de)

dapd

10.2006, HolzWerken
Link: HolzWerken
Firmenporträt DIE DREI:"Wahre Schönheit kommt nach innen"

08.2005, Fahrzeug + Karosserie
Artikel: Verbiegen für die Vergangenheit

10.2001, dds (Der deutsche Schreiner)
Artikel: Tischler und Stellmacher

01.03.2001, Braunschweiger Zeitung
Artikel: Maßarbeit am Skelett einer Automobil-Ikone

01.1998, Last & Kraft
Artikel: Ohne Rechte Winkel. Holzfahrerhausbau in Braunschweig

21.10.1997, Braunschweiger Zeitung
Titelseite: Fahrerhaus vom Feinsten
Ausführlicher Artikel: Auf Spurensuche mit Stellmacherkunst

29.10.1997, Heimatnachrichten
Artikel: Rheiderländer rekonstruiert Braunschweiger "Brummi"